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The Corrs waren immer eine meiner Lieblingsbands. Ich mag irische Musik generell, und ihre Mischung aus irischen Melodien, Pop und wundervollen Songtexten ist unbeschreiblich toll. Umso enttäuschter war ich, als die vier sich aufgelöst haben. Aber einen Lichtblick gab es letztes Jahr, als Andrea Jane Corr, die ehemalige Leadsängerin, ihr Soloalbum herausbrachte. Ich habe keine Ahnung, wieso ich so lange gebraucht habe, um es mir zu besorgen, vielleicht lag es daran, dass ich Angst vor dem Ergebnis hatte. Die in gewisser Weise auch begründet war. Denn “Ten Feet High” ist alles andere als ein typisches Corr-Album.

Auf der Platte finden sich zwölf Songs, und schon der erste, “Hello Boys” schockt den, der auf typische Corrs-Klänge und seichten Pop gewartet und gehofft hatte. Denn “Hello Boys” ist mit ungewöhnlich harten, synthetischen Klängen unterlegt. Man entdeckt eine vollkommen neue Seite an Andrea. Sie hat sich mit diesem Album ähnlich neu erfunden wie Kylie Minogue, deren Song “Two Hearts” wohl am ehesten an das akustische Erlebnis, welches “Hello Boys” nun einmal ist, herankommt.

Der zweite Song “Anybody There” fängt schon eher ruhiger an. Und auch Andreas Stimme wirkt ruhiger, als noch bei dem vorhergehenden Lied. Überhaupt, auf der ganzen Platte vermisst man die Stimmen der anderen Corr-Geschwister nicht. Es ist ein Vergnügen, nur Andrea zu hören, deren helle Stimme sich deutlich von den Instrumenten abhebt. Der Text von “Anybody There” würde aber auch ohne Probleme zu einem The Corrs-Song passen. Vorstellen, wie Sharon und Caroline mitsingen, kann und will man sich aber gar nicht.

“Shame On You (To Keep My Love From Me)” ist als dritter Song doch ein wenig sehr gewöhnungsbedürftigt. Was nicht an der Musik an sich liegt, die kommt sehr gut an, wenn sie auch dennoch ein wenig künstlich klingt. Viel eher ist es der Text, der auf diese doch recht ansprechende Melodie gelegt wurde. Einen so kritischen und teilweise markaberen Song hätte ich wirklich nicht erwartet.

“I Do” entspricht dann doch wieder den so geliebten Corrs-Songs. Und dieses Lied ist auch das einzige, bei dem man sich fragt, wie es sich mit den Stimmen der anderen im Hintergrund angehört hätte.

Wie der vorhergehende Titel, so könnte das Titellied des Albums “Ten Feet High” auch locker aus der Bandzeit der Geschwister stammen. Und hier hört sich Andreas Stimme auch plötzlich anders an, als würde sie wieder auf der Bühne beim Konzert in Genf stehen. Hach, das waren noch Zeiten.

Champagne From A Straw” ist ein richtiges Gute-Laune-Lied, zumindest von der Melodie her. Man möchte laut mitsingen, und dank dem sehr einfachen Refrain geht das auch schon beim zweiten Hören des Liedes ohne Probleme. Interessant ist der Einsatz einer fast schon Jazz-Band, die diesem Lied einen nahezu einmaligen Charakter verleiht.

Was man nicht alles tun würde, um von jemandem geliebt zu werden, thematisiert “24 Hours”. Da würde man die ganze Nacht wach bleiben, schwarz weiß sein lassen und glauben, dass falsch richtig ist. Wieder eine schöne Pop-Nummer.

“This Is What It’s All About” handelt, wie der Titel schon sagt, davon, worum es in der Liebe eigentlich geht. Die sehr melancholische Melodie überrascht nach den Stimmungskrachern “Champagne From A Straw” und “24 Hours doch schon sehr. Es bleibt aber der einzige melancholische Song auf dem Album. Was vielleicht auch besser so ist. Denn nach so vielen schnellen Liedern nimmt man Andrea den plötzlichen Stimmungsumschwung nicht wirklich ab. Schade eigentlich.

Der Titel von “Take Me I’m Yours” hat etwas sehr Zweideutiges. Dahinter verbirgt sich eine Techno-Nummer, deren Text fast die Klasse der Lyrics zu “Radio” von den Corrs erreicht hat (Radio: With a full glass and an empty heart I search for something to occupy my mind; TMIY: My eagle flies tomorrow It’s a game I treasure dear To seek the helpless future My love at last I’m here).

Bei “Stupidest Girl In The World” hab ich wirklich eine halbe Stunde überlegt, was nun die Steigerungsform von stupid ist. Ja, ich bin ein nerd. Und dieses Lied ist neben dem gleich danach mein absoluter Liebling auf dem “Teen Feet High”-Album. Das Klavier, das bis hierher doch ein wenig kurz gekommen war, ist wieder da, und Andreas Stimme kann man am Anfang mal wieder fast ohne ablenke Geräusche wahrnehmen. Und im Gegensatz zu “This Is What It’s All About” nimmt ihr hier die Gefühle voll und ganz ab.

“Ideal World” ist mein absoluter Favorit. Ein wundervolles Stück Kunst, Gitarre und Andreas Stimme, was braucht ein Lied mehr? Es handelt davon, was drei verschiedene Menschen als ideale Welt betrachten, und ist eigentlich ziemlich traurig, wie mir gerade auffällt. Denn eine “Ideal World” gibt es leider nicht.

Als letztes Lied findet sich die Radio Edit von “Shame On You (To Keep My Love Away)” auf dem Album.

Fazit: Ein tolles Album, das man sich immer wieder gern anhört. Und hoffentlich ein Vorgeschmack auf eine tolle Karriere.

Andrea’s MySpace

~ von tanyaboone am Mittwoch, 7 Mai 2008.

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