Christmas Miracles (9)
2054 Zulu
Burg Hartenstein
außerhalb von Shannon, IR
Kate erschien dennoch zum Essen, obwohl sie wirklich müde und kaputt aussah. Ephram sprach diesmal ein etwas kindgerechteres Tischgebet.
“Jedes Tierlein hat zu essen,
jedes Blümlein trinkt von Dir.
Hast auch uns nicht vergessen,
lieber Gott,
hab’ Dank dafür.
Amen.” sagte Ephram und diesmal fielen auch Jake und Pace in das Amen mit ein.
Bryan und Cole hatten jetzt unterschiedliche Oberteile an, wahrscheinlich nur, um Mac und Harm das Unterscheiden der beiden zu erleichtern, alle anderen wussten sofort wer von den beiden wer war. Im Gegensatz zu ihrem Benehmen zu ihrer Ankunft waren die Jungs jetzt ruhiger. Mac beobachtete erstaunt, wie süß vor allem Pace mit den beiden umging. Nach dem Essen hatten die beiden es geschafft und ihn, Kate, Jake und Mac zum Kartenspielen überredet.
“So, Zeit zum Schlafen.” entschied Josi und fuhr Cole über die Haare.
|Noch ein Spiel. Bitte Mama! Bitte bitte bitte!| flehten er und sein Bruder um die Wette.
“Nichts da, ihr habt es schon überzogen.” erklärte Josi und nahm ihrem Sohn die Karten aus der Hand. Urplötzlich wurden aus den braven Engeln zwei kleine Biester, die gar nicht daran dachten, auf ihre Mutter zu hören. Die beiden schrieen um die Wette und weigerten sich absolut, von ihren Stühlen aufzustehen.
“Josi, lass sie.” griff David schließlich doch ein.
|Das ist das letzte Spiel, Jungs. Danach geht es ins Bett, verstanden?| fragte er seine Söhne ernst. Die beiden nickten eifrig, und Jake verteilte die Karten neu. Nach dem Kartenspiel ging Josi mit den beiden wieder auf ihr Zimmer, Kate und Mac folgten ihr. Cole schien einen richtigen Narren an Mac gefressen zu haben, er rannte er die ganze Zeit hinterher.
Josi hatte den beiden ihre Schlafanzüge angezogen und aufgepasst, das sie sich anständig die Zähne geputzt hatten. Sie hauchte beiden Jungs, die jetzt im Bett lagen, einen Kuss auf die Stirn, wünschte ihnen eine gute Nacht, nickte Kate zu und verlies den Raum. Bryan und Cole knieten sich neben ihre Seite des Doppelbettes und falteten die Hände. Kate sprach ihnen auf Englisch vor, und die Jungs wiederholten auf Irisch.
“Danke für alles, was heute schön war, was andere für mich getan haben, was ich erleben und erfahren durfte, für alle Menschen, die mir begegnet sind…
Verzeih mir alles, was ich nicht recht gemacht habe, wenn ich andern geschadet habe…
Ich bitte dich für meine Familie und alle, die mir nahe stehen, meine Mutter und meinen Vater, meinen Bruder und meine Großeltern. Besonders bitte ich dich für alle, die unglücklich sind, die in Sorgen leben, für alle, die nie satt werden.
Sei du mit den Einsamen und Sterbenden und zeige mir jeden Tag, wie ich helfen kann. Segne uns alle und schenke uns eine ruhige Nacht.” sagte Kate leise. Nachdem Bryan und Cole nachgesprochen hatten, standen sie nicht auf, sondern sahen Kate mit großen Augen an.
“Amen.” kam es von Kate. Bryan und Cole stimmten mit ein, und krochen dann ins Bett. Kate deckte sie sanft zu und küsste beide auf die Stirn.
“Schlaft gut.” flüsterte sie den beiden zu und schaltete das Licht auf dem Nachttisch aus. Jetzt wurde das Zimmer nur noch von dem Licht, das durch die offene Tür von Gang herein fiel, erhellt.
|Tante Kate?| hielt Cole sie beim Herausgehen auf. Mac stand schon vor der Tür und wartete auf Kate.
|Was denn Schatz?| fragte Kate sanft.
|Gibt es Gott wirklich?| fragte der Junge sie mit großen Augen. Kate zögerte kurz, schloss die Tür und ging zu dem Bett zurück. Sie setzte sich neben Cole und knipste das Licht wieder an.
|Wieso willst du das jetzt wissen?| fragte sie ihn, sich sorgfältig eine Antwort zurechtlegend.
|Wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es auch keinen Himmel, und wenn es keinen Himmel gibt, wo ist Tante Rachel dann jetzt?| fragte Bryan weiter. |Gibt es einen Himmel?|
|Ich weiß es nicht, Schatz. Aber ich glaube fest daran, dass es Gott gibt, und auch einen Himmel.| antwortete Kate wahrheitsgemäß.
|Weiß Onkel Pace es?| fragte Cole mit großen Augen.
|Keiner weiß, ob es Gott wirklich gibt. Oder ob es den Himmel gibt. Aber selbst wenn es keinen Himmel gibt, so wie wir ihn uns vorstellen, ich bin mir ganz sicher, dass da, wo Tante Rachel jetzt auch immer ist, dass es dort sehr schön ist und sie glücklich ist.| erklärte Kate sanft.
|Wenn Tante Rachel es da schön findet, wieso ist Onkel Pace dann so traurig?| wollte Bryan wissen.
|Weil er Tante Rachel sehr lieb hatte. Wie ich euch lieb habe, so doll. Und wenn ihr plötzlich nicht mehr da wärt, dann wäre ich auch ganz traurig. Onkel Pace ist traurig, weil er jetzt nicht mehr mit ihr reden kann, und sie nicht mehr sehen kann.| versuchte Kate eine gute Erklärung zu finden. Cole versuchte vergebens, ein Gähnen zu unterdrücken, und Kate wuschelte ihm kurz durch die Haare.
|Jetzt wird aber geschlafen.| sagte sie sanft aber bestimmt, stand langsam auf, schaltete das Licht aus und ging hinaus. Draußen stand Mac und sah sie fragend an.
“Alles in Ordnung, Cole wollte nur etwas wissen.” beruhigte sie ihre Cousine und als Mac wieder den Weg zurück in den Speisesaal einschlug, hielt Kate sie sanft am Arm fest. Sie nickte mit dem Kopf in eine andere Richtung und ging voran. Mac folgte ihr neugierig, und beide landeten in einem kleinen Raum, in dem dafür in der Mitte ein Klavier stand. Jake lies gerade die letzten Töne eines Stückes ausklingen.
“Schlafen die beiden?” fragte Josi Kate.
“Wie zwei Engel. Was hast du gespielt?” fragte Kate an Jake gewandt.
“All Ye Faithful.” antwortete Fin. Er stand hinter seiner Verlobten und hatte die Arme sanft um Kathryns Hüften geschlungen. Seinen Kopf hatte er leicht an ihren gelehnt. Kate lies sich bereitwillig von Vince in eine Halbumarmung ziehen, und Harm legte sanft den Arm um Macs Schulter, Mattie lehnte an seiner anderen Seite. Matt hatte Tobey und Cara an sich gedrückt.
“Okay, du bist dran. Mach einen Vorschlag.” forderte Jake Mac auf. Die sah ihn überrascht an.
“Wie jetzt?” fragte sie verwundert.
“Du sollst ein Weihnachtslied vorschlagen.” erklärte Pace. Er war neben Ephram und Jake der einzige ohne jemanden im Arm. Ephram stand etwas versetzt hinter Jake, die Paare hatten sich in einem Halbkreis um den Flügel aufgestellt, und Pace lehnte an der Wand.
“Mir fällt keins ein.” gestand Mac.
“Kauf ich dir nicht ab.” beharrte Matt. Mac fühlte sich sichtlich unwohl und versuchte, den Blicken der anderen auszuweichen.
“Caroline, ein Vorschlag?” wandte Ephram sich an seine Enkelin. Die sah Mac besorgt an, dann schüttelte sie den Kopf.
“Joy To The World.” kam es von Mac. Jake überlegte kurz und spielte dann kurz eine Melodie an. Mac nickte zustimmend. Jake begann wieder zu spielen, und Mac war etwas überrascht, als die anderen anfingen mitzusingen. Kate forderte sie mit einer einladenden Handbewegung auf, sich ihnen anzuschließen, was Mac nach einigem Zögern auch tat. Nie hätte sie gedacht, das Weihnachtsliedersingen soviel Spaß machen konnte. Als Jake geendet hatte, durfte Cara sich ein Lied wünschen.
“Peces.” kam es wie aus der Pistole geschossen. Jake verkniff sich ein Lachen, um Kate an das Klavier zu lassen.
“Bitte was?” fragte Harm nach.
“Ein spanisches Weihnachtslied.” erklärte Cara.
Kate brauchte nur einen Anlauf, um die richtige Tonlage zu treffen, dann spielte sie zwei Takte vor und Cara, Tobey, Pace und Kate fingen an zu singen. Ephram schüttelte leicht den Kopf, die anderen lauschten jedoch gebannt.
“Mattie, du bist dran.” forderte Cara sie auf.
“Damit kann ich nicht mithalten.” sagte die leicht verzweifelt.
“Darum geht es auch nicht. Sondern nur um den Geist von Weihnachten, Zeit mit der Familie zu verbringen. Dein Lieblingsweihnachtslied reicht vollkommen.” erklärte David.
“Santa Maria.” überlegte Mattie kurz.
“Englisch oder Spanisch?” fragte Kate nach.
“Ich kenn nur den englischen Text.” gab Mattie zu. Kate fing an zu spielen, und Mattie war plötzlich die einzige die sang. Sie hörte überrascht auf.
“Sing weiter.” bat Matt sie. Kate begann von vorn, und bei der zweiten Strophe fielen die anderen mit ein.
Dem ganzen folgten noch weitere Lieder. Kate und Jake wechselten sich am Klavier ab. Pace schlug ‘Who’ll Come With Me’ vor, von David kam ‘White Christmas’, Jake wollte ‘Little Drummer Boy’, und Josi und Kate waren die einzigen, die ‘Oh Holy Night’ singen konnten. Jake saß bei dem Lied am Klavier, und Mac bemerkte den abwesenden Gesichtausdruck von ihm, als er in die Luft starrte. Bei den anderen Liedern hatte er die Tasten beobachtet, das jedoch konnte er blind spielen.
“Fall on your knees
Oh hear the angel voices
Oh night devine
Oh night
Oh night devine.” verklungen Kates und Josis Stimmen leise.
“Matt, du bist dran.” erinnerte ihn Fin.
“First Noel.” erklärte der. Jake begann wieder zu spielen, und die anderen sangen mit, und so ging es reihum weiter.
Zum Schluss blieb nur noch Harm übrig.
“Harm?” fragte Jake.
“Silent Night Holy Night.” bat der leise. Jake wechselte einen kurzen Blick mit Kate und die beiden tauschten wieder die Plätze. Kate fing leise an zu spielen und die anderen sangen leise mit. Mac küsste sanft Harms Hand und drückte sich noch mehr an ihn.
Als Kate mit dem Lied fertig war, räusperte sich Ephram. Kate nickte ihm kurz zu und begann dann die Melodie von ‘One More Happy Christmas’ zu spielen. Josi und David waren die ersten, die anfingen mitzusingen, der Rest fiel später mit ein, bis auf Mac. Die versuchte gegen die aufsteigenden Bilder in ihrem Kopf anzukämpfen. Wie ihr Vater betrunken nach Hause kam, wie er ihre Mutter schlug. Wie sie früh aufwachte, nur um zu merken, das ihre Mutter sie verlassen hatte. Wie Chris sie küsste, obwohl jede Faser in ihre schrie dass sie es nicht wollte, sie sich aber dennoch nicht wehrte.
Als das Lied zu Ende war, bemerkte sie überrascht, dass nicht nur sie sich Tränen von der Wange wischte. Ephram tat es ebenfalls, und Pace wischte sich verstolen den Augenwinkel.
“Ich denke es reicht für heute.” erklärte Ephram und verlies den Raum. Matt, der Tobey mittlerweile auf dem Arm hatte, ging ebenfalls, Josi und David verabschiedeten sich auch. Jake tat, als müsste er gähnen, und zog sich auch zurück.
“Kann ich?” fragte Cara Kate und deute auf das Klavier. Kate stand auf und klopfte einladend auf den Hocker. Cara setzte sich und platzierte ihre Hände. Dann atmete sie kurz tief durch und fing an zu spielen. Mattie erkannte die Melodie sofort und fing ohne Zögern an mitzusingen, ebenso Kate, Pace, Fin und Kathryn.
“There comes a time
When we need a certain call
When the world must come together as one
There are people dying
And it’s time to lend a hand to life
The greatest gift of all
We can’t go on
Pretending day by day
That someone somewhere will soon make a change
We are all a part of God’s great big family
And the truth you know
Love is all we need
We are the world
We are the children
We are the ones to make a brighter day
So let’s starts giving
There’s a choice we’re making
We’re saving our own lifes
It’s true we make a better day just you and me
Show them your heart
So they know that someone cares
And their lives will be stronger and free
As God has shown us by turning stone to bread
So we all must lend a helping hand
We are the world
We are the children
We are the ones to make a brighter day
So let’s starts giving
There’s a choice we’re making
We’re saving our own lives
It’s true we make a better day just you and me
When you’re down and out
There seems no hope at all
But if you just believe
There’s no way we can fall
Let us realize that a change can only come
When we stand together as one
We are the world
We are the children
We are the ones to make a brighter day
So let’s starts giving
There’s a choice we’re making
We’re saving our own lives
It’s true we make a better day just you and me”
Cara lies die letzten Töne leise ausklingen.
“Du spielst gut.” nickte Harm anerkennend.
“Danke. Aber von Jakes Können bin ich meilenweit entfernt. Und von Kates auch.” tat Cara das ab.
“Das würde ich nicht behaupten.” mischte Mattie sich ein.
“Dann glaub mir wenn ich es sage.” lachte Cara.
“Weißt du, wo der Unterschied zwischen Jake und dir liegt?” fragte Pace seine Nichte mit verschränkten Armen.
“Ja, er spielt besser.” kam es von Cara.
“Nein, Cara. Aber er hört was er spielt. Du bist auf Perfektion aus. Er spielt um der Musik willen.” sagte Kate sanft und setzte sich neben Cara. Sie spielte ein Paar Takte von ‘Für Elise’ und sah Cara dann an.
“Wie war das?” fragte sie den Teenager.
“Gut.” antwortete die.
“Ja, es war gut. Die Noten waren genau so, wie sie sein müssen, und die Tonlänge auch. Und wieso war es nicht perfekt?” fragte Kate sie weiter. Cara zuckte mit den Schultern.
“Weil jegliches Gefühl gefehlt hat. Musik ist etwas Lebendiges, trau dich zwischen den Zeilen zu lesen. Es kommt nicht auf Perfektion an, sonder nur darauf, wie du deine Gefühle ausdrückst.” beantwortete Pace die Frage. Kate begann von neuem zu spielen.
“Wie war das?” fragte sie Cara.
“Du hast dich verspielt.” sagte die sofort. “Aber es klang besser.” gab sie dann zu.
“Lernt man das auf einer Privatschule?” fragte Mattie etwas überrascht.
“Nicht unbedingt. Noten lesen auf jeden Fall, aber selber spielen nur selten.” antwortete Fin.
“Kannst du spielen?” fragte Mac ihn interessiert.
“Nur einhändig. Ich hab aufgegeben.” gab der zu.
“Dafür kannst du Gitarre spielen.” erinnerte Kathryn ihn.
“Wirklich?” entfuhr es Mattie.
“Ja, wirklich.” lachte Fin. “Zu einem Cowboy passt doch eine Gitarre wesentlich besser als ein Flügel.”
“Als wir auf Fairlea aufgetaucht sind, da hast du doch klassische Musik gehört.” erinnerte Mac sich.
“Nur weil ich nicht selber spielen kann heißt das nicht, dass ich diese Art von Musik nicht zu schätzen weiß.” zwinkerte Fin ihr zu.
“Vielleicht sogar mehr, als wenn man es selber spielen kann.” stimmte Pace ihm zu und warf Kate einen viel sagenden Blick zu.
“Ich habe nichts gegen Rockmusik, aber ich brauche keine Dauerbeschallung mit deiner E-Gitarre.” verteidigte die sich.
“Was heißt Dauerbeschallung? Das waren nur drei Stunden.” wehrte Pace sich. Cara war inzwischen aufgestanden und hatte aus der hintersten Ecke des Zimmers eine Gitarre hervorgeholt. Jetzt drückte sie sie Pace in die Hand.
“Was soll das?” fragte er sie und wollte sie ihr wiedergeben.
“Spiel.” sagte Cara einfach.
“Mir fällt nichts ein.” gab Pace zurück.
“Ich wette das tut es doch.” mischte Kathryn sich ein. Pace warf ihr einen wütenden Blick zu.
“Spiel.” forderte Cara ihn erneut auf. Pace fixierte sie eine Weile, dann seufzte er und er setzte sich. Er strich zwei Mal über die Seiten und fing dann an zu spielen.
“Well I don’t know why I came here tonight,
I got the feeling that something ain’t right,
I’m so scared in case I fall off my chair,
And I’m wondering how I’ll get down the stairs,
Clowns to the left of me,
Jokers to the right, here I am,
Stuck in the middle with you.
Yes I’m stuck in the middle with you,
And I’m wondering what it is I should do,
It’s so hard to keep this smile from my face,
Losing control, yeah, I’m all over the place,
Clowns to the left of me, Jokers to the right,
Here I am, stuck in the middle with you.
Well you started out with nothing,
And you’re proud that you’re a self made man,
And your friends, they all come crawlin’,
Slap you on the back and say,
Please…. Please…..
Trying to make some sense of it all,
But I can see that it makes no sense at all,
Is it cool to go to sleep on the floor,
‘Cause I don’t think that I can take anymore
Clowns to the left of me, Jokers to the right,
Here I am, stuck in the middle with you.
Well you started out with nothing,
And you’re proud that you’re a self made man,
And your friends, they all come crawlin’,
Slap you on the back and say,
Please…. Please…..
Well I don’t know why I came here tonight,
I got the feeling that something ain’t right,
I’m so scared in case I fall off my chair,
And I’m wondering how I’ll get down the stairs,
Clowns to the left of me,
Jokers to the right, here I am,
Stuck in the middle with you,
Yes I’m stuck in the middle with you,
Stuck in the middle with you.”
Pace lies den letzten Akkord verklingen und sein typisches Grinsen fand wieder den Platz auf seinem Gesicht. Nach dieser Country-Nummer war fast jeglicher weihnachtlicher Geist davon geblasen.
“Ich dachte zwar an etwas Festlicheres, aber egal.” schüttelte Cara den Kopf.
“Gib es auf, Cara. Wir haben ihn nicht zähmen können, dann wirst du es auch nicht schaffen.” seufzte Fin gespielt verzweifelt.
“Hey, bei dir hatten auch schon alle die Hoffnung aufgegeben.” schoss Pace zurück.
“Bevor das hier noch größere Kreise zieht, geh ich lieber ins Bett.” hob Kate in einer leicht abwehrenden Geste die Hände und zog Vince an der Hand aus dem Zimmer. Die beiden sahen nicht aus als wären sie besonders müde. Bei Mac und Harm wie auch bei Mattie forderte jetzt aber der Jetlag endgültig seinen Tribut. Die drei schafften es grade noch so in ihre Betten, dann schliefen sie auch schon sofort ein.
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24. Dezember
1024 Zulu
Burg Hartenstein
außerhalb von Shannon, Irland
Mac und Harm gingen gemeinsam mit Kate und Vince nach unten, um zu frühstücken, als die beiden beim Anblick des Foyers erst einmal stehen blieben. Fast überall waren Menschen und unterhielten sich. Kate fasste sanft Macs Arm und zog sie mit sich in die Küche, weg von den anderen. Vince und Harm folgten den beiden und betraten die Küche in dem Moment, in dem Kate Mac sanft auf einen Stuhl drückte. Mac war beim Anblick der Menschenmenge leichenblass geworden. Harm wollte schon zu ihr gehen, da packte Vince ihn sanft und schüttelte den Kopf, um ihm zu signalisieren, dass Kate sich darum kümmern würde. Vince wandte sich an einen der Hausangestellten, der Angesichts der vier Leute in der Großraumküche wenig begeistert war, sich aber nicht traute, etwas zu sagen.
Kate ging derweil vor Mac in die Hocke und legte sanft eine Hand auf deren Oberschenkel.
“Alles in Ordnung?” fragte sie ihre Cousine sanft und suchte in den braunen Augen nach etwas, das nicht wie totale Panik aussah.
“Das fragst du noch? Hast du die ganzen Leute da nicht gesehen?” fragte Mac, wobei ihre Stimme eindeutig einen panisch-schrillen Unterton annahm.
“Doch, hab ich.” antwortete Kate ruhig.
“Um die zu übersehen müsste man auch blind sein.” entfuhr es Mac und sie vergrub das Gesicht in den Händen.
“Worauf hab ich mich da nur eingelassen?” fragte sie kopfschüttelnd und sah Kate vorwurfsvoll an. “Das ist deine Schuld.”
“Meine?!” staunte die nicht schlecht.
“Ja, deine. Du hast mich doch überredet hierher zu kommen. Von vierhundert Verwandten war da aber keine Rede gewesen!” ereiferte sich Mac.
“Abgesehen davon, das vierhundert etwas übertrieben ist, keiner hat dich gezwungen mitzukommen.” erinnerte Kate sie sanft.
“Ich kann das nicht. Ich kann da nicht wieder raus gehen. Was wenn die mich sehen?” fragte Mac panisch.
“Doch, du kannst da wieder raus. Und das musst du auch, es sei denn du willst die nächsten drei Tage hier verbringen. Und sie sollen dich ja sehen, Mac. Sie sollen dich kennen lernen, und du sie. Oder weshalb bist du sonst hier?” fragte Kate und zog eine Augenbraue nach oben. Mac starrte sie nur an.
“Siehst du. Außerdem habe ich nicht vor, dich zu irgendeinem Zeitpunkt heute, morgen oder übermorgen allein zu lassen. Wenn ich nicht direkt neben dir stehe, dann bin ich zumindest in Rufweite und einer der Jungs oder Vince ist bei dir. Versprochen.” erklärte Kate und stand auf und hielt Mac die Hand hin.
“Versprochen?” vergewisserte die sich.
“Ganz großes Indianerehrenwort.” bestätigte Kate. Mac ergriff ihre Hand und stand auf. Die vier aßen ihr Frühstück in der Küche und Vince ging mit Harm vor.
“Bereit?” fragte Kate Mac, als sie den Griff der Küchentür in der Hand hatte. Mac nickte etwas schwach.
“Semper Fi, Marine.” sagte Kate und stieß die Tür auf, um Mac mit sich zurück in das Foyer zu ziehen. Vince und Kate stellten Harm und Mac den anderen Anwesenden vor, und nicht ein böses Wort oder ein böser Blick ging in Macs Richtung. Mit jedem Verwandten, den sie durch hatten, fiel Mac ein Stück des riesengroßen Steines von ihrem Herzen, und sie gewann wieder etwas von ihrer Selbstsicherheit. Cara war mit Mattie nach unten gekommen und stellte Mattie jetzt den anderen vor. Jetzt waren beide bei Steven angelangt, und der schenkte Mattie ein umwerfendes Grinsen. Er hatte etwas längere blonde Haare, die ihm bis zu seinen Augebrauen gingen, und strahlend blaue Augen.
“Hi Mattie.” sagte er freundlich und schüttelte kurz ihre Hand. Wenn sein Grinsen Matties Knie nicht schon hätte dahin schmelzen lassen, sein niedlicher australischer Akzent hätte es garantiert geschafft.
“Hi.” war alles, was Mattie einfiel. Sie versuchte krampfhaft, nicht in seine blauen Augen zu starren, aber es wollte ihr einfach nicht gelingen sich von ihnen abzuwenden.
“Entschuldige uns kurz.” lächelte Cara ihn an, packte Mattie am Arm und zog sie mit sich davon zu Kate, Vince, Harm und Mac.
“Was war das denn?” fragte Cara Mattie.
“Was meinst du?” fragte die unschuldig.
“Du hast ihn angesehen als wäre er Adonis persönlich.” half Cara ihr auf die Sprünge und ein zartes Rosa schoss in Matties Wangen hinauf.
“Er ist vergeben, nur so nebenbei.” erklärte Cara ihr.
Die Erwachsenen waren so in ihre eigenen Unterhaltungen vertieft, dass sie die beiden gar nicht wahrnahmen.
“Man wird ja wohl noch träumen dürfen.” zuckte Mattie mit den Schultern. Cara schüttelte nur den Kopf.
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