The Voyage Of Destiny (WIP)

Titel: The Voyage of Destiny

Disclaimers: Star Trek: Raumschiff Voyager gehört den Produzenten und Paramount. Die Crew der USS Destiny ist meiner Fantasie entsprungen, also Finger weg von denen.

Inhalt: Die Voyager stößt auf ein im Alpha-Quadranten seit Jahren als vermisst geltendes Schiff. Dessen junge Crew mischt die Voyager gehörig auf.

Entstehungszeitraum: März 2008 - ???

Autorenbemerkungen: Kursiv Geschriebenes sind Flashbacks.

*~*~*~*

Captain Katherine Janeway betrat ein wenig genervt die Brücke. Seit Wochen schon belästigten sie die Kel’Hem mit Angriffsdrohungen, sollte die USS Voyager nicht endlich ihren Sektor verlassen. Dummer Weise hatten sie erst drei Wochen nach Eintritt in den Sektor mitbekommen, dass er zu dem Kel’Hem gehörte, und auf direkten Kurs hindurchzufliegen war immer noch kürzer, als wieder umzudrehen.

„Bericht.” verlangte der Captain schroff. Seit zwei Tagen gab es Probleme im Maschinenraum und auf der Brücke, ständig fielen Sensoren und Konsolen aus. Genau das hatte ihr noch gefehlt, weitere Verzögerungen. Anstelle einer Antwort erhielt sie angespanntes Schweigen. Erst dann blickte sie auf den Bildschirm und blieb wie angewurzelt auf halbem Wege zu ihrem Stuhl stehen. Der Schirm zeigte ein schwer beschädigtes Schiff an, das anscheinend fast ausschließlich von den immer wieder aufflackernden Schilden zusammen gehalten wurde.

„Fähnrich?” fragte der Captain leise nach und trat neben Chakotay.

„Keine Schiffe im Umkreis, keine Rückstände von Waffenfeuer. Sieht so aus, als wären wir allein.” meldete Harry Kim von seiner Konsole.

„Verlassen wir uns besser nicht darauf, die Kel’Hem besitzen gute Tarnungen.” gab Tom zu bedenken.

„Roter Alarm. Rufen Sie das Schiff.” befahl Katherine.

„Haben wir schon. Es meldet sich niemand.” sagte Chakotay und sah den Captain mitfühlend an.

„Lebenszeichen?” fragte diese sofort.

„Keine. Aber die Signatur des Schiffes ist Sternenflotte.” meldete Tuvok nach kurzem Zögern. Katherine fuhr erstaunt zu ihm herum, und die Augen aller anderen richteten sich auf Tuvok.

„Welches Schiff?” wollte Katherine wissen, als sie wieder auf den Bildschirm blickte.

„Laut Computer ist es die USS Destiny.” verkündete Harry Kim und stutzte.

“Die Destiny? Die ist doch vor über neun Jahren in den Badlands verschwunden.” wunderte sich Chakotay.

“Ja. Das erste Schiff der Akademie, das gleich beim ersten Flug verschwand. Sie sind kurz vor unserem Aufbruch von DS9 alle für tot erklärt worden.” sagte Harry leise.

“Mr Tuvok, suchen Sie ein Erkundungsteam zusammen. Ich will an Board dieses Schiffes.” verkündete der Captain. “Freiwilligenbasis. Ich bezweifle, dass dieses Ding da sehr sicher ist.” fügte sie noch hinzu, bevor sie die Brücke verließ.

*~*~*

Das Erkundungsteam schaltete augenblicklich seine Taschenlampen an und aktivierte seine Tricorder. Jeder von ihnen war mit einem Phaser ausgestattet, da nicht bekannt war, wie lange die Destiny schon führerlos herumschwebte, und wer vielleicht bis jetzt schon an Board gewesen war.

In der Dunkelheit und dem sporadisch aufblitzenden Roten Alarm herrschte hohe Anspannung bei den Crewmitgliedern. B’Elanna Torres ging neben dem Captain, bis diese stehen blieb, und sich zu einem von heruntergestürzten Schotts fast vollständig bedecktes Crewmitglied der Destiny herunterbeugte. Sie war einen kurzen Blick auf die Tricorderanzeigen.

“Sie ist erst seit einigen Stunden tot.” sagte der Captain leise.

“Captain, ich schlage vor, dass wir uns trennen. Harry und ich könnten die Brücke aufsuchen und versuchen, Zugriff auf den Boardcomputer zu nehmen.” schlug Chakotay vor. Der Captain nickte langsam.

“Gut. Tuvok, Mr Paris, Sie beide sehen sich auf den Decks um. B’Elanna, wir gehen in den Maschinenraum.” entschied der Captain. Die Wege der sechs trennten sich. Nach kurzer Zeit hielt B’Elanna das Schweigen jedoch nicht mehr aus. Je weiter sie sich dem Maschinenraum näherten, desto schlimmer würde der Zustand der Decks. es gab kaum noch ein Schott, das nicht lose war, überall lagen zerbrochene Abdeckungen herum und sprühten Funken aus beschädigten Leitungen.

“USS Destiny? Toller Name.” sagte B’Elanna leise, als sie ein weiteres totes Crewmitglied fanden.

“Es war das erste Schiff der Akademie. Anderthalb Jahre bevor Harry seinen Abschluss gemacht hat, ist eine Gruppe Kadetten mit ihren Professoren im Rahmen eines praktischen Trainings zu einer kurzen Expedition in die Badlands aufgebrochen. Nach zwei Tagen verloren sich die Signale der Destiny, man hat sie nie wieder gefunden.” erzählte Katherine. Sie waren vor der Tür zum Maschinenraum des Schiffes angelangt und versuchten, sie zu öffnen.

“Kein Wunder, anscheinend sind sie auch dem Fürsorger in die Hände gefallen.” sagte B’Elanna und drückte die Türen langsam auf. Beide leuchteten ins Innere und schluckten, als sie die ganzen Trümmer sahen. Sie wechselten einen fast ängstlichen Blick und traten dann ein. Da die USS Destiny ein relativ kleines Schiff war, fiel auch der Maschinenraum kleiner aus als der auf der Voyager. Aber trotz der Trümmer, heruntergestürzten Schotts und freiliegenden Leitungen dominierte der abgeschaltete Warpkern das Bild, das sich den beiden Frauen bot.

“Sehen Sie sich das an, Captain.” sagte B’Elanna, als sie ihren Blick über einige Konsolen wandern ließ. Viele waren abgeschaltet, die restlichen flackerten immer mal wieder kurz auf. Katherine trat zögerlich näher.

“Bei fast allen steht als Sternzeit der gestrige Vormittag. Außer bei dieser. Die wurde vor einer Viertelstunde noch bedient.” sagte B’Elanna leise. In dem Moment klapperte es hinter den beiden. Sie drehten sich blitzschnell um, und als Katherine eine Bewegung wahrnahm, feuerte sie kurzerhand mit ihrem Phaser.

“Nicht schießen!”

B’Elanna und der Captain erstarrten vor Schreck. Eine junge Frau in schwarzen, zerschlissenen Sachen trat mich erhobenen Händen auf sie zu. Ihr Gesicht auf von Ruß bedeckt, und eine Platzwunde an ihrer linken Stirnseite blutete leicht. Trotzdem konnte man unverkennbar feststellten, dass sie zweifelsohne Trill war.

“Bitte, nicht schießen.” wiederholte die junge Frau langsam. Katherine ließ langsam ihren Phaser sinken.

“Wer sind Sie?” wollte B’Elanna verwirrt wissen.

*~*~*

“Danke sehr.” hauchte die junge Bajoranerin, als Neelix ihr eine Tasse mit dampfender Flüssigkeit gab. Der Doktor scannte den Vulkanier, der neben ihr stand, und sich misstrauisch umblickte.

Nachdem die junge Trillfrau Katherine zu den restlichen Überlebenden der USS Destiny geführt hatte, hatten die ihre Maskierung der Lebenszeichen aufgehoben und waren gemeinsam mit dem Außenteam zurück an Board der Voyager gebeamt wurden.

Nun standen, lagen und saßen 24 ehemalige Kadetten der Sternenflottenakademie in der Krankenstation und ließen sich vom Doktor und Tom Paris verarzten.

“Vielen Dank. Wir hatten einfach nicht die Möglichkeiten, mehr als blaue Flecke zu behandeln.” sagte der junge Mann, der gemeinsam mit Katherine, Chakotay und der Frau von der Destiny im Büro des Doktors stand und die Szene beobachtete.

“Darf ich fragen, wer Sie beide sind?” erkundigte Chakotay sich.

“Captain Sebastian Junwar.” sagte der junge Mann sofort.

“Commander Tamira Olaek.” kam es von der junge Frau.

“Wer hat Sie beide in ihre Ränge erhoben? Sie waren Mitglieder der Akademie, als Sie an Bord der Destiny gingen.” stellte Chakotay auch schon die nächste Frage.

“Und nicht irgendwelche Akademiekadetten. Die besten, die es je auf der Akademie gegeben hatte. Sie beiden haben schon vor Beginn des letzten Jahres alle nötigen Qualifikationen für einen perfekten Abschluss.” sagte Katherine nachdenklich. Commander Olaek kam ihr zudem bekannt vor. Sehr bekannt sogar.

~

Katherine sah sich ein wenig verunsichert den Gang entlang. Die Glastüren zu den Vorlesungsräumen waren geschlossen, als sie an ihnen vorbeiging, konnte die die Dozenten vor den Kadetten stehen und reden sehen. Geräusche drangen jedoch nicht nach außen. Als sie am Ende des Ganges angekommen war, betrat sie den Saal, in dem Glauben dieser sei leer.

Ich muss mir das von dir nicht anhören. Du kannst nicht verlangen, dass jeder nach deiner Pfeife-” brauste eine Kadettin auf und sprang aus ihrem Stuhl auf. Eine Hand voll Kadetten hatte sich in die hintereste Ecke des Saales zurückgezogen und diskutierte aufgeregt. Als sie Kadettin Katherine erblickte, verstummte sie sofort. Und ersterer wurde klar, in was für ein Treffen sie da gerade geplatzt war. Die Uniformen der Kadetten hatten alle entweder rote, grüne oder gelbe Streifen auf ihren Schultern, die sie jeweils als Vertrauensbeauftragte, Haussprecher und Kadettenratsbeauftrage auswies. Die Gesichter aller wandten sich zu Katherine.


„Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht stören. Ich bin auf der Suche nach Professor Mayweather.” erklärte diese.

Hier ist er jedenfalls nicht.” sagte eine der sitzenden Kadettinen. Die, die aufgestanden war, packte ihre Sachen zusammen und lief die Stufen hinunter.

Tammy, jetzt warte doch mal!” rief ihr ein männlicher Kadett hinterher.

Wozu? Ihr habt doch schon lange entschieden.” warf die ihm über ihre Schulter hinweg zu und lief an Katherine vorbei aus dem Raum. Der männliche Kadett packte ebenfalls sein Zeug, warf einem der anderen Kadetten einen giftigen Blick zu und verließ ebenso den Raum.

~

“Professor Hayes, der ehemalige Captain der Destiny.” beantwortete Junwar Chakotays Frage danach, wer die damaligen Kadetten in Sternenflottenränge erhoben hatte.

“Wir haben keinen der Dozenten der Akademie auf der Destiny gesehen.” schüttelte Chakotay den Kopf.

“Was vielleicht, aber auch nur vielleicht daran liegt, dass sie alle tot sind.” fuhr Tamira ihn scharf an. Anschließend drückte sie sich fest auf die Nasenwurzel.

„Es tut mir Leid. Es ist nur… ein Jahr, in dem wir die volle Verantwortung für alles, was auf und mit der Destiny geschah hatten. Es war in letzter Zeit ziemlich viel.” entschuldigte sie sich leise.

„Können Sie uns einen ungefähren Bericht darüber geben, was in den letzten Jahren passiert ist? Nachdem der Doktor Sie beide untersucht hat.” bat Captain Janeway sanft.

„Danke, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, was dabei herauskommt. Unterernährung, Schlafmangel, ein paar blaue Flecken und Schrammen. Dafür brauche ich weiß Gott keinen Arzt. Außerdem wäre es mir lieber, wenn wir so schnell wie möglich alles klären, um mit den Reparaturen an der Destiny zu beginnen. Oder eine andere Lösung zu finden, falls…” sagte Junwar und verstummte plötzlich. Olaek drückte sanft seine Hand und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln.

„Gut, lassen Sie uns in den Konferenzraum gehen.” gab Katherine sich geschlagen. Kaum hatten sie den erreicht, sanken die beiden Crewmitglieder der Destiny erschöpft in die Stühle und fuhren sich über das Gesicht.

„Neelix wird in ein paar Minuten mit einem Snack hier sein. Laut dem Doktor darf niemand von ihnen vorerst vollwertige Nahrung zu sich nehmen. Und anscheinend sind Sie beiden diejenigen, die auf den ersten Blick die schlimmsten Anzeichen von Unterernährung aufweisen.” sagte Chakotay, als er kurz nach Katherine und den beiden anderen den Raum betrat an die Crewmitglieder der Destiny gewandt.

„Haben Sie erwartet, dass ich meine Crew verhungern lasse? Eher kippe ich um, als das einer von ihnen auf eine Mahlzeit verzichten muss.” schüttelte Junwar den Kopf.

„Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, darüber zu sprechen. Aber wir müssen so viel wie möglich darüber wissen, wie Sie in diese Lage gelangt sind.” sagte Katherine vorsichtig.

„Anscheinend haben Sie auch Bekanntschaft mit dem Fürsorger gemacht. Sonst wäre die Voyager kaum hier.” zuckte Olaek mit den Schultern und stand langsam auf. Junwar sah sie besorgt an, als sie an das Fenster trat und auf die schwer beschädigte USS Destiny blickte.

„Kurz nach unserer Ankunft im Delta-Quadranten sind wir der ersten Spezies begegnet. Sagen wir mal so, die hielten nicht viel vom Sternenflottenprotokoll. Erster Kontakt bei denen bestand aus der vollen Breitseite an Waffenfeuer. Was die Destiny ganz gut überstanden hatte. Aber von da an ging es langsam abwärts. Neunzig Prozent der Spezies, auf die wir gestoßen sind, haben uns angegriffen. Anders als die Voyager verfügt die Destiny nicht mal über richtige Phaserbänke, von Torpedos ganz zu schweigen.” erzählte Olaek leise.

„Wir haben über die Hälfte unserer Crew verloren. Bei Angriffen, oder durch Krankheiten. Vor neun Monaten haben uns die Kazon in die Mangel genommen. Dabei ist unsere Krankenstation draufgegangen. Und durch die haben wir auch die bisher schwersten Schäden eingefahren. Ich habe keine Ahnung, wieso das Schiff noch nicht auseinander gefallen ist, glauben Sie mir. Ich kann es nur auf Leilahs Können und einige beantwortete Gebete schieben.” fügte Junwar hinzu.

„Wer hat Sie zum Captain gemacht?” erkundigte Katherine sich.

„Ich war der Erste Offizier unter Professor Hayes. Nach seinem Tod hab ich das offizielle Logbuch gelesen, und dort stand mein Name als Nachfolger vermerkt, genau wie die Beförderung zum Captain.” antwortete Sebastian. Olaek drehte sich mit verschränkten Armen zu Katherine um.

„Bevor Sie fragen, wir haben niemanden weiter befördert. Eine Degradierung geht auf meine Kappe. Aber da ich nicht annehme, dass Sie mit unseren Rängen sonderlich einverstanden sind, und uns sicher eh alle auf den Rang eines Ensigns degradieren werden, hat das wohl kaum noch Gewicht.” seufzte sie leise.

„Ich habe keine Ahnung, was ich tun werde. Aber egal was es ist, ich brauche Ihre Unterstützung dabei. Sie beide haben dieses Schiff ein Jahr ohne fremde Hilfe geführt, Ihre Crew vertraut Ihnen und hört auf Sie. Keine Ahnung, wie Sie das angestellt haben, aber ich kann keine Entscheidungen treffen, ohne dass Sie bereit sind, diese mitzutragen. Denn auf mich wird Ihre Crew sicher nicht hören.” sagte Captain Janeway mit einem anerkennenden Lächeln.

„Danke. Darf ich Sie um etwas bitten?” erkundigte Junwar sich vorsichtig.

„Nur zu.” forderte Chakotay den jungen Mann freundlich auf. “Ich bin mir sicher, wir können zumindest versuchen, es zu erfüllen.”

„Quartiere, Nahrung und Kleidung für meine Crew.” sagte der Captain der Destiny ohne Umschweife.

„Betrachten Sie diese Bitte als erfüllt. Ich habe die Crew angewiesen, Quartiere zu räumen und gemeinsam zu wohnen. Allerdings wird es nicht möglich sein, dass jedes Ihrer Crewmitglieder ein eigenes Quartier erhält.” gab Katherine zu bedenken.

„Nach zwei Monaten Gemeinschaftsschlafplatz Kasino und Frachtraum klingt ein Quartier, das man sich mit nur einem oder zwei Crewmitgliedern teilen muss glatt wie das Paradies.” lachte Olaek.

„Wieso ruhen Sie sich nicht ein wenig aus? Ich werde mit unserer Chefingeneurin sprechen und einen Plan für die Reparaturen an der Destiny ausarbeiten.” schlug Katherine vor, als sie sah, wie Junwar vergeblich versuchte, ein Gähnen zu unterdrücken. Er und Olaek wechselten einen kurzen Blick, dann nickten beide.

„Einverstanden.” sagte Junwar, und die beiden Offiziere der Destiny erhoben sich, um anschließend den Raum zu verlassen.

*~*~*

Eine halbe Stunde später befanden sie sich in dem Quartier, das ihnen zur Verfügung gestellt worden war. Zumindest war es Junwar und einem anderen männlichen Crewmitglied der Destiny zu Verfügung gestellt wurden. Doch der hatte mehr Interesse daran, allein mit seinem Ersten Offizier zu sein, und hatte seinen Mitbewohner kurzerhand umquartiert.

„Oh Gott, wie hab ich das vermisst.” seufzte Olaek, als sie aus dem Bad kam, nur mit einem Bademantel bekleidet.

„Frauen. Wer von denen braucht was zu Essen, wenn man ihnen statt dessen eine Schalldusche anbietet?” lachte Junwar. Der Erste Offizier der Destiny verpasste ihm einen leichten Klaps auf den Hinterkopf, bevor sie sich neben ihn auf die Couch setzte.

„Erdbeere?” bot Junwar ihr an, und Olaek biss in die Frucht, die er ihr hinhielt.

„Hm, lecker.” nickte sie, kurz bevor Junwar sie küsste.

„Hm, du hast Recht.” murmelte der leise und legte die angebissene Erbeere weg.

„Was hast du vor, Captain?” erkundigte Tamira sich heiser, als sie den Ausdruck in seinen Augen sah.

„Mal schauen.” flüsterte Sebastian, bevor sich ihre Lippen erneut trafen. Aus den zärtlichen Küssen wurde schnell eine leidenschaftliche Knutscherei, und kurz darauf fand Tamira sich auf der Couch liegend wieder, während Sebastian sich gerade des Shirts entledigte.

„Du hast mir so gefehlt.” flüsterte sie leise, als sie ihre Hände über seine nur noch spärlich vorhandenen Bauchmuskeln gleiten ließ.

„Du mir auch. Mehr als du glaubst.” erwiderte Sebastian leise und öffnete den Knoten des Bademantelgürtels.

„Oh Tammy.” hauchte er, als er die Kratzer und Schürfwunden sah, die diese beim letzten Angriff davon getragen hatte. Sein eigener Oberkörper wies nicht gerade wenige Narben und blaue Flecken auf.

„Hey, nichts, was ein Dermalregenerator nicht wieder hinbekommt.” schüttelte die den Kopf und streichelte ihm sanft über die Wange.

„Ich liebe dich so sehr.” flüsterte sie vorsichtig, als hätte sie Angst, dass er sich gleich darauf in Luft auflösen könnte.

„Ich liebe dich auch.” sagte Junwar sanft und blickte auf ihre Hände hinab, die den Knopf seiner Jeans öffneten.

„Bist du dir sicher?” fragte er leise.

„Ja. Ich will dich. Jetzt.” nickte Tamira. Und das waren für lange Zeit die letzten Worte, die gesagt worden.

*~*~*

„Na, Hunger?” erkundigte Neelix sich, als Tamira Olaek am nächsten Morgen das Kasino betrat.

„Hm?” entfuhr es der. Der Talaxianer hatte sie aus ihren Gedanken gerissen.

„Möchten Sie vielleicht etwas essen? Commander?” fragte Neelix erneut. Das erste, was Tamira an diesem Morgen getan hatte, war, sich eine neue Uniform zu replizieren. Aufgrund ihrer ursprünglichen ingenieurtechnischen Ausbildung trug sie jedoch nicht das bei dem Komandostab auf der Brücke übliche rot, sondern das gelb der technischen Besatzung. Aber ihre Abzeichen, die sie für einen Commander auswiesen, trug sie dennoch. Denn sie hatte das dumpfe Gefühl, als würde sie nicht mehr lange Commander sein. Zumindest nicht, nachdem sie gestern den Gesichtsausdruck Janeways bemerkt hatte, als Tamira und Sebastian ihren Rang genannt hatten. Doch ein Schritt nach dem anderen, zur Zeit hatte sie dringendere Probleme als die Anzahl der Abzeichen, die bald ihren Kragen schmücken würde.

„Nein, danke.” schüttelte Tamira den Kopf. Sie hatte einige Crewmitglieder der Destiny an einem Tisch entdeckt und begab sich zu ihnen. Neelix stutzte. Auf der Voyager mochte ein recht lockerer Umgang herrschen, aber zumindest aufgesehen hätten die Crewmitglieder, wenn der Erste Offizier an ihren Tisch getreten wäre. Tamira setzte sich jedoch und umarmte kurz ein Crewmitglied, bei dem Neelix bemerkt hatte, dass er nur Lieutenant j.g. war.

„Schmeckt’s?” erkundigte Tamira sich, als sie auf das Tablett ihres Gegenübers sah.

„Nicht wirklich.” schüttelte die junge Bajoranerin den Kopf und schob das Essen von sich.

„Netter Kratzer.” bemerkte der Lieutenant, den Tamira umarmt hatte, als er die Schramme am Kopf des Ersten Offizieres erblickte.

„Hm? Oh, das. Nicht der Rede wert.” sagte Tamira mit einer wegwerfenden Handbewegung.

„Wir sind auf der Voyager. Die Ressourcen wie Heu hat. Du kannst dich hier behandeln lassen.” erinnerte die junge Bajoranerin Tamira sanft.

„Ich weiß. Ich hatte nur keine Lust, den Doktor aufzusuchen. Lieber warte ich, bis wir wieder auf Lucas zugreifen können.” seufzte Commander Olaek und strich sich die kupferblonden Haare aus dem Gesicht.

„Apropos Lucas. Wann entscheidet sich, was mit der Destiny passiert?” wollte der Lieutenant wissen.

„Tim!” zischte der vierte am Tisch wütend.

„Was denn, Caleb? Fragen wird ja wohl noch erlaubt sein.” mischte sich die Bajoranerin ein.

„Keine Ahnung. Wir sollen heute bei der Offizierssitzung sprechen. Weshalb ich euch drei gesucht habe. Ich brauch euch da. Denn ich habe keine Lust, dort mit Sebastian Hyänenfraß zu spielen.” sagte Olaek und sah in die Runde.

„Glaubst du, dass es eine so gute Idee ist, wenn wir uns da einmischen? Die waren doch schon von euch beiden nicht begeistert.” wandte die Bajoranerin verunsichert ein. Als einzige an dem Tisch trug sie keine Rangabzeichen.

„Leilah, du bist immer noch unsere Chefingeneurin. Wenn jemand die Lage der Destiny beurteilen kann, dann du. Und ich erwarte von dir, dass du zu dieser Sitzung erscheinst. Mit Rangabzeichen, Commander.” wies Tamira sie gespielt streng an. Leilah errötete leicht, nickte aber.

„Ich kann Claudia suchen gehen. Du willst sicher jemanden vom medizinischen Personal dabei haben.” bot Caleb an.

„Nein, vorerst brauchen wir sie nicht. Um die Totenliste zu aktualisieren, brauchen wir nur die Daten des Docs, wen er untersucht hat, und dann gleichen wir sie mit der alten Crewliste, die die Voyager gespeichert hat, ab. Ich glaube, Claudia braucht eine Weile Ruhe. Sehr viel Ruhe.” schüttelte Tamira den Kopf. „Das letzte Jahr ist uns allen ziemlich an die Nieren gegangen, und ich glaube, wir haben sie ziemlich überfordert.”

„Hey.” legte sich plötzlich eine Hand auf ihre Schulter. Sie hatte schon gespürt, das Sebastian zu ihnen getreten war. Anders als gestern war er sauber rasiert und schaute halbwegs munter drein.

„Wie viel Kaffee musstest du trinken, um so dreinzuschauen?” lachte Tim leise, als er seinen Captain ansah. Der steckte ihm kurz die Zunge raus.

„Kommt ihr beiden dann?” wandte er sich anschließend an Tamira und Leilah.

„Klar. Leilah muss nur noch kurz zu ihrem Quartier.” verkündete Tamira, als sie aufstanden und Sebastian aus dem Kasino folgten.

*~*~*

„Ich glaube kaum, das wir es uns leisten können, solange hier zu bleiben, schon gar nicht für ein Schiff-” sagte B’Elanna, verstummte aber abrupt, als die Türen zum Konferenzraum aufglitten und Captain Junwar, sowie die Commander Olaek und Henrichsen eintraten.

„Oh. Ich hoffe, Sie können uns unsere Verspätung verzeihen, wir wurden aufgehalten.” entschuldigte Junwar sich. Gleichzeitig wechselten er und Tamira einen kurzen Blick. Sie hatten schon geahnt, dass die Offiziersitzung eher beginnen würde, als man ihnen gesagt hatte. Weshalb sie auch eine gute halbe Stunde zu zeitig da waren. Tom Paris stand auf und bot dem Captain der Destiny seinen Platz an, doch der nickte nur in Commander Henrichsens Richtung, und die nahm schnell Platz.

„Bitte, fahren Sie fort, Lieutenant. Ich würde gern hören, wie dieser Satz weitergeht.” forderte Junwar B’Elanna mit einem intensiven Blick auf. Die sah ihren Captain hilflos an.

„Schon gut, ich denke nicht, dass dies nötig sein wird.” seufzte Katherine.

„Ich habe keine Lust auf Kompetenzgerangel, Captain, aber solange wie sie uns nicht alle auf den Rang eines Crewman degradiert haben, so lange, wie ich noch der Kommandant der USS Destiny bin, verlange ich, dass ich bei Entscheidungen über die Zukunft dieses Schiffes zumindest anwesend bin.” fuhr Sebastian sie aufgebracht an. Tamira legte rasch ihre Hand auf seinen Unterarm, und als Sebastian sie ansah, schüttelte sie kaum merklich den Kopf.

„Du überschreitest gerade deine Kompetenzen.” zischte Junwar seinen Ersten Offizier an.

„Da bin ich bei allem Respekt nicht die Einzige.” erwiderte Tamira leise und ruhig. Anschließend zog sie ihre Hand zurück.

„Was die Destiny angelangt, ich glaube, dass wir sie retten können. Die Voyager verfügt über eine erstklassig ausgebildete Crew, mit deren Können und unserem Wissen um das Schiff können wir-” begann Leilah zögerlich und leise.

„Wer sind Sie denn bitte?” unterbrach Seven sie. Leilah verstummte sofort und sah hilfesuchend an Tamira hoch.

„Unsere Chefingenieurin, Commander Leilah Henrichsen. Wenn Sie schon nicht den Captain oder mich anhören, dann doch wohl hoffentlich sie.” sagte Tamira und nickte Leilah aufmunternd zu.

„Wie ich bereits sagte, mit den Fähigkeiten des Personals der-” wollte Leilah fortfahren, doch diesmal wurde sie von B’Elanna unterbrochen.

„Ich glaube nicht, dass wir genügend Leute aus dem Maschinenraum entbehren können, um diese Schäden zu beheben. Die Destiny ist ein Wrack, das noch von ein paar wackeligen Schotts und einem nicht mehr lange haltenden Schild zusammen gehalten wird. Ich für meinen Teil schicke dort niemanden aus meinem Bereich rein.” sagte B’Elanna.

„Gut, dann danken wir Ihnen dafür, dass Sie uns kurz aufgenommen haben. Ich sag der Crew Bescheid, dass wir zurück auf die Destiny beamen.” erklärte Tamira und machte Anstalten zu gehen.

„Commander!” entfuhr es Katherine.

„Was denn? Sie verlangen von uns, unser Schiff kampflos aufzugeben. Das hätten wir vor einem halben Jahr schon haben können, da haben wir uns einstimmig dagegen entschieden. Und da war die Destiny in keiner viel besseren Verfassung. Sie hören sich ja noch nicht einmal an, was für eine Bereicherung die Destiny wäre. Wir haben neun Jahre an diesem Schiff gearbeitet. Wenn wir es reparieren würden, könnten wir die Holodecks der Voyager auf die Destiny verlagern, und eine für alle Bedürfnisse zugeschnittene Krankenstation entwickeln, die größer ist als das, was wir bis her beide hatten. Sie geben unseren Plänen ja noch nicht mal den Hauch einer Chance.” ereiferte Leilah sich und stand auf.

„Ihre Pläne hängen hinter der Tatsache hinterher, das die USS Destiny ihre besten Tage schon gesehen hat.” erinnerte Chakotay die junge Ingenieurin.

„Sagt wer? Sie? Sie kennen dieses Schiff nicht. Sie waren nicht dabei, als die Lebenserhaltung trotz heruntergefahrenem Bordcomputer ansprang, und die Schilde hochfuhren. Sie haben nicht erlebt, wie uns die Krankenstation um die Ohren geflogen ist, und zwei Crewman von einem Kraftfeld geschützt überlebt haben.” fuhr Leilah ihn an. Das sie im Rang unter dem Ersten Offizier der Voyager stand, und gerade in einem Raum Fremder sprach, schien sie vergessen zu haben.

„Sie reden über dieses Schiff, als wäre es ein menschliches Wesen.” schnaubte Tom.

„Ja, und? Es ist mehr als nur eine Ansammlung von Schotts, Plasmaleitungen und Konsolen. Es ist unser Zuhause. Sehen Sie mir in die Augen, und sagen Sie mir, dass Sie noch nie das Gleiche für die Voyager empfunden haben.” forderte Tamira ihn auf. Im Raum herrschte betretenes Schweigen.

„Alles, was ich möchte, ist, dass Sie der Destiny eine kleine Chance einräumen. Versuchen wir doch einfach, sie mit einem modifizierten Traktorstrahl aus dem Raum der Kel’Hem zu schaffen, und dann sehen wir, wieviel noch von ihr übrig ist, und ob wir sie reparieren können.” bat Junwar eindringlich.

„Also schön. Commander Henrichsen, Sie und Ihr Team finden sich im Maschinenraum ein und versuchen gemeinsam mit unseren Ingenieuren einen Traktorstrahl so zu modifizieren, dass er einen Angriff halbwegs übersteht und wir die Destiny nicht auf halbem Wege verlieren. Ich will, dass eine Zusammenarbeit stattfindet, haben Sie und Lieutenant Torres das verstanden?” stellte der Captain klar. Beide nickten, dann gab Katherine den Befehl zum Wegtreten. Als Junwar und Olaek den Konferenzraum nach den anderen verließen, blieb letztere plötzlich stehen und lehnte sich gegen die Wand.

„Hey, alles in Ordnung?” erkundigte Junwar sich besorgt.

„Ja, geht schon.” stöhnte Olaek, als sie sich wieder aufrichtete.

„Komm, ich bring dich auf die Krankenstation. Keine Widerrede, das war ein Befehl.” erklärte Sebastian und stützte sie sanft.

„Aye Captain.” versuchte Tamira einen Scherz, der in einem scherzhaften Stöhnen endete.

*~*~*

to be continued…


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